Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Lohn fair ist, brauchen Sie eine ehrliche Vergleichszahl. Für die Schweiz ist das der Medianlohn: 2024 lag er bei 7'024 Franken brutto pro Monat für eine Vollzeitstelle, wie das Bundesamt für Statistik am 25. November 2025 in der neuen Lohnstrukturerhebung mitteilte. Zwei Jahre zuvor waren es noch 6'788 Franken, ein Plus von 3,5 Prozent.
Diese eine Zahl sagt aber wenig über Ihren konkreten Fall. Ein Bankangestellter in Zürich, eine Servicefachfrau im Tessin und eine 28-jährige Ingenieurin verdienen völlig unterschiedlich, obwohl sie im selben Land arbeiten. In diesem Leitfaden schlüssle ich den Durchschnittslohn nach Branche, Region, Alter und Geschlecht auf, rechne den Bruttolohn ehrlich auf den Nettolohn herunter und zeige Ihnen, wie Sie diese Zahlen in einer Lohnverhandlung einsetzen.
Medianlohn oder Durchschnittslohn: Was Sie wirklich vergleichen sollten
Die meisten Leute sagen "Durchschnittslohn", meinen aber den falschen Wert. Der arithmetische Durchschnitt (Mittelwert) addiert alle Löhne und teilt durch die Zahl der Beschäftigten. Ein paar Millionengehälter in den Chefetagen ziehen ihn stark nach oben, sodass die Zahl höher liegt, als die meisten je verdienen.
Der Medianlohn ist ehrlicher. Er markiert die genaue Mitte: Die eine Hälfte der Beschäftigten verdient mehr, die andere Hälfte weniger. Genau deshalb arbeitet das Bundesamt für Statistik mit dem Median. Wenn Sie Ihren eigenen Lohn einordnen wollen, ist der Median Ihr Massstab, nicht der Durchschnitt.

Ein Beispiel macht den Unterschied greifbar. Stellen Sie sich ein kleines Team vor:
Fünf Löhne im Team: 4'500, 5'500, 6'500, 7'500 und 30'000 Franken. Der Durchschnitt liegt bei 10'800 Franken, weil das eine Spitzengehalt alles verzerrt. Der Median liegt bei 6'500 Franken, dem echten Wert in der Mitte. Vier von fünf Personen verdienen weniger als den "Durchschnitt".
Wenn Sie also lesen, der Durchschnittslohn liege bei über 8'000 Franken, und Ihr eigener Lohn tiefer ist, heisst das nicht, dass Sie unterbezahlt sind. Vergleichen Sie mit dem Median Ihrer Branche und Region.




