Die Bewerbung auf einen Minijob folgt eigenen Regeln und ist meist deutlich unkomplizierter als eine Bewerbung auf eine Vollzeitstelle. Trotzdem gilt: Ein sauberer Lebenslauf und gegebenenfalls ein kurzes Anschreiben öffnen Türen, besonders wenn sich viele Bewerber auf dieselbe Aushilfsstelle bewerben.
In Ihrer Bewerbung sollten Sie vor allem drei Dinge klar kommunizieren. Erstens Ihre Verfügbarkeit: Geben Sie konkret an, an welchen Wochentagen und zu welchen Zeiten Sie arbeiten können, denn Flexibilität ist bei Minijobs oft das wichtigste Auswahlkriterium.
Zweitens Ihre Zuverlässigkeit: Arbeitgeber suchen Aushilfen, die pünktlich erscheinen und kurzfristig einspringen können. Drittens relevante Vorerfahrung, auch aus Praktika, ehrenamtlichem Engagement oder früheren Aushilfsjobs.
Beachten Sie dabei die Minijob-Grenze von aktuell 538 Euro im Monat sowie die Regeln für Studierende, Rentner und Nebenverdienst, etwa ob ein weiterer Job bereits besteht. Dieser Leitfaden begleitet Sie durch den gesamten Prozess: vom kurzen, aber freundlichen Anschreiben über den schlanken Lebenslauf bis zu der Frage, ob ein Anschreiben überhaupt nötig ist.
Wir erklären außerdem, wie Sie mit fehlender Berufserfahrung umgehen und wie Sie mehrere Minijobs sauber im Lebenslauf darstellen, ohne die Übersicht zu verlieren.
Übernehmen Sie die Begriffe aus der konkreten Stellenanzeige wortgleich. Bewerbermanagement-Systeme gleichen Ihren Text mit den Anforderungen ab, deshalb gehören die exakten Schlüsselwörter aus der Anzeige in Ihren Lebenslauf.
Pro Monat (brutto). Quellen: Minijob-Zentrale, Bundesagentur für Arbeit
Die Verfügbarkeit nicht konkret angeben
Für Arbeitgeber ist bei Minijobs entscheidend, wann Sie einsatzbereit sind. Nennen Sie deshalb klar, an welchen Wochentagen und zu welchen Uhrzeiten Sie arbeiten können, zum Beispiel 'verfügbar Mo bis Fr ab 17 Uhr sowie ganztägig am Wochenende'. So heben Sie sich von Bewerbern ab, die nur 'flexibel' schreiben.
Den Lebenslauf unnötig lang und überladen gestalten
Für einen Minijob genügt in der Regel eine Seite. Konzentrieren Sie sich auf relevante Vorerfahrung, Verfügbarkeit und Soft Skills wie Zuverlässigkeit. Lückenlose Auflistungen jeder noch so kurzen Station sind nicht nötig und lenken vom Wesentlichen ab.
Relevante Vorerfahrung aus Praktika oder Ehrenamt weglassen
Auch ohne klassische Berufserfahrung haben Sie oft mehr vorzuweisen, als Sie denken. Praktika, ehrenamtliches Engagement, Ferienjobs oder die Mithilfe im Familienbetrieb zeigen Einsatzbereitschaft. Führen Sie diese Stationen kurz auf und betonen Sie übertragbare Fähigkeiten wie Kundenkontakt oder Teamarbeit.
Den Status als Studierende oder Rentner nicht erwähnen
Arbeitgeber müssen wissen, ob Sie als Studierende, Rentnerin oder im Nebenverdienst arbeiten, da dies sozialversicherungsrechtlich relevant ist. Ein kurzer Hinweis im Lebenslauf oder Anschreiben, etwa 'Werkstudentin im 4. Semester' oder 'Rentnerin, Minijob zur Aufbesserung der Pension', schafft Klarheit und Vertrauen.
Mehrere Minijobs unübersichtlich darstellen
Wer bereits einen Minijob hat, sollte das offen darstellen, da die Verdienstgrenze von 538 Euro über alle Minijobs zusammen gilt. Listen Sie bestehende Tätigkeiten chronologisch und ehrlich auf. Verschwiegene Paralleljobs führen später zu Problemen mit der Minijob-Zentrale und beim Arbeitgeber.
Wie kurz darf ein Lebenslauf für einen Minijob sein?
Für einen Minijob reicht in den allermeisten Fällen eine einzige Seite. Wichtig ist nicht die Länge, sondern dass die entscheidenden Informationen sofort sichtbar sind: Ihre Kontaktdaten, Ihre Verfügbarkeit, relevante Vorerfahrung und Ihre Stärken wie Zuverlässigkeit und Flexibilität. Wenn Sie noch wenig Berufserfahrung haben, etwa als Studentin oder Schüler, dürfen Sie ruhig Praktika, Ferienjobs oder ehrenamtliches Engagement aufnehmen. Verzichten Sie auf überflüssige Details und gestalten Sie den Lebenslauf übersichtlich. Ein kurzer, gut strukturierter Lebenslauf wirkt bei einer Aushilfsstelle professioneller als ein langes, mit Nebensächlichkeiten gefülltes Dokument.
Brauche ich für einen Minijob überhaupt ein Anschreiben?
Ein Anschreiben ist bei vielen Minijobs nicht zwingend erforderlich, kann aber den Ausschlag geben, wenn sich mehrere Personen auf dieselbe Stelle bewerben. Wenn der Arbeitgeber ausdrücklich nur einen Lebenslauf verlangt, genügt dieser. In allen anderen Fällen lohnt sich ein kurzes, freundliches Anschreiben von wenigen Sätzen. Darin erklären Sie, warum Sie sich für die Stelle interessieren, wann Sie verfügbar sind und welche Erfahrung Sie mitbringen. Gerade bei beliebten Aushilfsstellen im Einzelhandel oder in der Gastronomie zeigt ein knappes Anschreiben Motivation und hebt Sie von Bewerbern ab, die nur den Lebenslauf einreichen.
Kann ich einen Minijob neben dem Studium ausüben?
Ja, ein Minijob neben dem Studium ist sehr verbreitet und in der Regel problemlos möglich. Sie dürfen aktuell bis zu 538 Euro im Monat verdienen, ohne dass besondere Abgaben für Sie anfallen. Wichtig ist, dass Sie im Lebenslauf oder Anschreiben Ihren Status als Studierende angeben, da dies für die Sozialversicherung relevant ist. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie als Werkstudentin oder Werkstudent unter Umständen andere Regelungen nutzen können, wenn Sie mehr verdienen möchten. Für die reine Minijob-Variante bleibt die Verdienstgrenze von 538 Euro im Monat maßgeblich. Betonen Sie in der Bewerbung Ihre Flexibilität rund um den Vorlesungsplan.
Darf ich mehrere Minijobs gleichzeitig haben?
Grundsätzlich dürfen Sie mehrere Minijobs gleichzeitig ausüben, allerdings gilt die Verdienstgrenze von aktuell 538 Euro im Monat für alle Minijobs zusammen. Verdienen Sie insgesamt mehr, gelten Sie nicht mehr als geringfügig beschäftigt und es fallen Sozialabgaben an. Eine Ausnahme bildet die Kombination aus einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung und einem einzigen Minijob, der dann abgabenfrei bleibt. Geben Sie bestehende Minijobs in Ihrer Bewerbung ehrlich an, damit der neue Arbeitgeber die Grenzen korrekt berücksichtigen kann. Transparenz schützt Sie vor Nachzahlungen und Problemen mit der Minijob-Zentrale.
Welche Fähigkeiten sollte ich in einer Minijob-Bewerbung betonen?
Bei Minijobs zählen vor allem Soft Skills und praktische Eignung. Heben Sie Ihre Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit hervor, denn Aushilfen müssen sich kurzfristig einplanen lassen. Betonen Sie Ihre Flexibilität bei den Arbeitszeiten, etwa die Bereitschaft, am Wochenende oder abends zu arbeiten. Wenn Sie bereits Erfahrung im Kundenkontakt, an der Kasse oder im Lager gesammelt haben, gehören diese Punkte unbedingt in den Lebenslauf. Auch Teamfähigkeit, Belastbarkeit und ein freundliches Auftreten sind für Stellen im Einzelhandel und in der Gastronomie wichtig. Konkrete Beispiele wirken stärker als allgemeine Floskeln.
Eignet sich ein Minijob für Rentner und Berufsrückkehrer?
Ja, ein Minijob ist für Rentnerinnen und Rentner sowie für Berufsrückkehrer eine ausgezeichnete Möglichkeit. Rentner können mit einem Minijob ihre Pension aufbessern, ohne dass dies in der Regel die Altersrente schmälert. Berufsrückkehrerinnen, etwa nach einer Familienphase, nutzen einen Minijob häufig als unkomplizierten Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. In der Bewerbung sollten Sie Ihre Lebenserfahrung und Verlässlichkeit als Stärke darstellen und etwaige Lücken im Lebenslauf kurz und sachlich erklären, beispielsweise durch Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen. Ein selbstbewusster, ehrlicher Umgang mit der eigenen Situation kommt bei Arbeitgebern gut an.