Die Bewerbung als Friseurin oder Friseur erfordert mehr als nur die Auflistung Ihrer Ausbildung und bisherigen Arbeitsstellen. In kaum einem anderen Beruf ist die persönliche Ausstrahlung so eng mit der fachlichen Kompetenz verknüpft, und Ihre Bewerbungsunterlagen sind der erste Eindruck, den Sie hinterlassen.
Arbeitgeber im Friseurhandwerk achten besonders auf Ihre praktischen Fähigkeiten, Ihre Erfahrung mit bestimmten Produktlinien und Ihre Fähigkeit, Kunden langfristig zu binden. Der aktuelle Fachkräftemangel im Handwerk bietet Ihnen gute Chancen: Laut Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks bleiben jährlich Tausende Ausbildungsplätze unbesetzt, und erfahrene Fachkräfte werden intensiv gesucht.
Dennoch sollten Sie Ihre Bewerbung sorgfältig vorbereiten, denn Top-Salons können sich ihre Mitarbeiter aussuchen. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie ein überzeugendes Anschreiben verfassen, das Ihre Leidenschaft für das Friseurhandwerk authentisch vermittelt, und wie Sie Ihren Lebenslauf so gestalten, dass Ihre Spezialisierungen und Weiterbildungen sofort ins Auge fallen.
Wir zeigen Ihnen auch, wie ein Portfolio mit Arbeitsproben Ihre Bewerbung aufwerten kann, denn im Friseurhandwerk sagen Bilder oft mehr als Worte. Egal ob Sie sich auf eine Stelle im Salon, im Wellnesshotel oder in der Theaterbranche bewerben: Hier finden Sie alle Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung.
Übernehmen Sie die Begriffe aus der konkreten Stellenanzeige wortgleich. Bewerbermanagement-Systeme gleichen Ihren Text mit den Anforderungen ab, deshalb gehören die exakten Schlüsselwörter aus der Anzeige in Ihren Lebenslauf.
Pro Monat (brutto). Quellen: Stepstone Gehaltsreport 2025, Gehalt.de, Bundesagentur für Arbeit
Keine Spezialisierungen oder Techniken benennen
Listen Sie Ihre besonderen Fähigkeiten konkret auf: Balayage, Keratin-Behandlung, Barbering, Hochzeitsstyling etc. Das unterscheidet Sie von allgemeinen Bewerbern.
Kundenzahlen und Umsatzbeiträge nicht erwähnen
Nennen Sie, wie viele Kunden Sie täglich bedienen und welchen Beitrag Sie zum Salonumsatz leisten, z.B. 'durchschnittlich 14 Kunden/Tag mit einem Tagesumsatz von 850 EUR'.
Weiterbildungen bei Markenherstellern verschweigen
Seminare bei Wella, L'Oréal, Schwarzkopf oder Goldwell sind für Arbeitgeber sehr relevant. Führen Sie diese mit Datum und Thema auf.
Kein Portfolio oder Arbeitsproben erwähnen
Verweisen Sie auf ein Instagram-Profil, eine Website oder eine beiliegende Mappe mit Arbeitsproben. Im Friseurhandwerk zählen visuelle Ergebnisse.
Soft Skills ohne Belege auflisten
Statt 'kommunikativ und kreativ' schreiben Sie: 'Aufbau einer Stammkundschaft von 180+ Kunden durch individuelle Beratung und kreative Stylingvorschläge'.
Wie gestalte ich meinen Lebenslauf als Friseur professionell?
Achten Sie auf ein sauberes, modernes Layout, das Ihre Kreativität widerspiegelt, ohne unprofessionell zu wirken. Ein Lebenslauf für Friseure sollte eine bis maximal zwei Seiten umfassen. Beginnen Sie mit einem kurzen Profil, das Ihre Spezialisierung und Erfahrungsjahre zusammenfasst. Führen Sie dann Ihre Berufserfahrung mit konkreten Angaben auf: Salontyp, Kundenzahl, Spezialtechniken und Zusatzaufgaben wie Ausbildung oder Produktverkauf. Vergessen Sie nicht den Abschnitt Weiterbildungen: Seminare bei Markenherstellern und Wettbewerbsteilnahmen zeigen Ihr Engagement. Ein Link zu Ihrem Portfolio oder Instagram-Profil rundet den Lebenslauf ab.
Brauche ich als Friseur einen Meistertitel für eine gute Stelle?
Nein, ein Meistertitel ist keine Voraussetzung für eine Anstellung in einem Salon. Seit 2004 ist das Friseurhandwerk zulassungsfrei, das heißt, Sie können auch ohne Meister einen eigenen Salon eröffnen. Für eine Anstellung reicht die abgeschlossene Ausbildung mit Gesellenprüfung. Allerdings verbessert der Meistertitel Ihre Karrierechancen erheblich: Sie qualifizieren sich für Führungspositionen, dürfen Lehrlinge ausbilden und können ein höheres Gehalt verhandeln. In Top-Salons und Hotels wird der Meistertitel häufig bevorzugt. Alternativ können Sie sich durch spezialisierte Weiterbildungen und eine starke Stammkundschaft auszeichnen.
Wie hebe ich mich von anderen Friseur-Bewerbern ab?
Drei Dinge machen den Unterschied: Erstens, zeigen Sie Spezialisierungen, ein Friseur, der Balayage, Haarverdichtung oder Barbering beherrscht, ist wertvoller als ein Generalist. Zweitens, belegen Sie Ihren Erfolg mit Zahlen: Stammkundschaft, Kundenzufriedenheit, Umsatzbeitrag oder Wettbewerbserfolge. Drittens, liefern Sie visuelle Beweise: ein Instagram-Profil mit professionellen Vorher-Nachher-Fotos oder ein digitales Portfolio spricht Bände. Zusätzlich können positive Google-Bewertungen, in denen Sie namentlich erwähnt werden, Ihre Bewerbung stützen.
Welche Weiterbildungen sind im Friseurhandwerk besonders wertvoll?
Besonders gefragt sind Spezialisierungen in Farbtechniken (Balayage, Shatush, Creative Color), Haarverdichtung und -verlängerung (z.B. Great Lengths Zertifizierung), Trichologie und Kopfhautbehandlung sowie Bartgestaltung und Barbering. Seminare bei renommierten Marken wie Wella, Schwarzkopf Professional, L'Oréal Professionnel oder Goldwell sind im Lebenslauf besonders wirkungsvoll, da Saloninhaber oft mit bestimmten Marken arbeiten und passende Produktkenntnisse schätzen. Auch Weiterbildungen im Bereich Salonmanagement, Kundenpsychologie oder Social-Media-Marketing können Ihre Karriere voranbringen. Jede Weiterbildung sollten Sie mit Datum, Anbieter und Thema im Lebenslauf aufführen.
Sollte ich ein Bewerbungsfoto als Friseur beifügen?
Auf jeden Fall. Im Friseurhandwerk ist das äußere Erscheinungsbild Teil Ihrer beruflichen Kompetenz: Ihr Bewerbungsfoto ist eine Visitenkarte Ihrer Arbeit. Wählen Sie ein aktuelles, professionelles Foto, das Ihren persönlichen Stil zeigt, ohne zu extravagant zu wirken. Eine gepflegte, modische Frisur ist selbstverständlich, sie zeigt, dass Sie Ihr eigenes Handwerk beherrschen. Vermeiden Sie Selfies oder Freizeitfotos. Ein professionelles Bewerbungsfoto vom Fotografen ist eine kleine Investition, die sich auszahlt. Achten Sie auf gute Beleuchtung, einen neutralen Hintergrund und ein authentisches, freundliches Lächeln.
Wie beschreibe ich meine Salonerfahrung im Lebenslauf am besten?
Nennen Sie den Salontyp (Premium-Salon, Barbershop, Franchise), die Größe des Teams, Ihre tägliche Kundenanzahl und Ihre Spezialisierungen. Statt 'Haarschnitte und Färbungen durchgeführt' schreiben Sie: 'Eigenständige Betreuung von 14 Kunden täglich im Premium-Salon inkl. Schnitt, Coloration (Balayage, Foliensträhnen) und Abschlussstyling; Beratung zum passenden Pflegeprogramm mit durchschnittlichem Zusatzverkauf von 18 EUR pro Kunde.' Beginnen Sie jeden Punkt mit einem aktiven Verb: beraten, gestylt, ausgeführt, entwickelt, eingeführt. Beschreiben Sie Zusatzaufgaben wie Kassenabschluss, Lehrlingsbetreuung oder Social-Media-Pflege separat, sie zeigen Ihr Engagement über den Stuhl hinaus.