"Was sind Ihre Stärken und Schwächen?" gehört zu den gefürchtetsten Fragen im Vorstellungsgespräch. Dabei ist sie eine Chance: Wer sie ehrlich und konkret beantwortet, wirkt reflektiert und souverän. Dieser Leitfaden zeigt, warum die Frage gestellt wird, wie Sie Stärken belegen statt behaupten und wie Sie eine Schwäche nennen, ohne sich zu schaden, samt konkreter Beispiele zum Anpassen.
Als Karrierecoach höre ich meist zwei Fehler: auswendig gelernte Floskeln bei den Stärken und getarnte Angeberei bei den Schwächen ("Ich bin zu perfektionistisch"). Beides durchschaut man sofort.
Warum diese Frage gestellt wird
Es geht nicht um eine Liste, sondern um Selbstreflexion. Personalverantwortliche wollen sehen, ob Sie sich selbst realistisch einschätzen, ob Ihre Stärken zur Stelle passen und ob Sie an Schwächen arbeiten. Eine gute Antwort verbindet also Ehrlichkeit mit Bezug zur konkreten Rolle. Wie die Frage in den Ablauf des Gesprächs passt, lesen Sie in unserem Leitfaden zum Vorstellungsgespräch.
Stärken nennen: belegen statt behaupten
Wählen Sie zwei bis drei Stärken, die zur Stelle passen, und belegen Sie jede mit einem kurzen Beispiel. Eine behauptete Stärke ist wertlos, eine belegte überzeugt:
Vorher: "Ich bin sehr teamfähig und belastbar."
Nachher: "Ich arbeite strukturiert: Im letzten Projekt habe ich die Planung übernommen und wir haben die Frist trotz zwei Ausfällen gehalten."



