Die Einladung zum Assessment-Center ist ein gutes Zeichen: Sie sind unter den letzten Kandidatinnen und Kandidaten. Trotzdem lost der Begriff bei vielen Unbehagen aus, weil kaum jemand genau weiss, was an diesem Tag passiert. In der Schweiz setzen vor allem grosse Arbeitgeber wie Banken, Versicherungen, die SBB oder Beratungsfirmen auf dieses Verfahren, weil es teuer und aufwendig ist und sich nur für sorgfältige Auswahlentscheide lohnt. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, was ein Assessment-Center ist, welche Übungen Sie erwarten, was die Beobachter wirklich bewerten und wie Sie sich in den Tagen davor gezielt vorbereiten.
Was ist ein Assessment-Center?
Ein Assessment-Center (kurz AC) ist ein mehrstufiges Auswahlverfahren, bei dem mehrere Kandidatinnen und Kandidaten gleichzeitig von geschulten Beobachtern beurteilt werden. Statt sich auf ein einzelnes Gespräch zu verlassen, kombiniert der Arbeitgeber verschiedene Übungen, um ein möglichst vollständiges Bild Ihrer Kompetenzen zu erhalten. Der Grundgedanke: Wer in mehreren, voneinander unabhängigen Situationen dasselbe Verhalten zeigt, tut das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im Job.
Die Career Services der Universität Zürich beschreiben das AC als Verfahren, das über ein bis drei Tage läuft und Persönlichkeit, Konzentration, Belastbarkeit, Teamfähigkeit und Führungspotenzial prüft. Wichtig ist: Ein Assessment-Center misst nicht Ihr Fachwissen im engeren Sinn, sondern wie Sie sich verhalten, wenn es unbequem wird.
Der typische Ablauf in der Schweiz
In der Schweiz dauert ein Assessment-Center meist einen Tag; bei anspruchsvollen Positionen, etwa im Management-Nachwuchs, können es zwei bis drei Tage sein. Die einzelnen Übungen dauern in der Regel zwischen 20 und 120 Minuten und wechseln sich mit kurzen Pausen ab. Ein typischer Tagesablauf beginnt mit einer Begrüssung und der Selbstpräsentation, führt über Einzel- und Gruppenaufgaben und endet mit einem Interview und oft einem ersten mündlichen Feedback.





