Das Kündigungsschreiben zu erhalten ist ein Schock, selbst wenn man es kommen sah. In der Schweiz ist die gute Nachricht, dass das Gesetz genau regelt, was passieren darf und was nicht. Das Obligationenrecht (OR) legt die Kündigungsfristen fest, schützt vor bestimmten Kündigungen und bietet über die Arbeitslosenversicherung ein Sicherheitsnetz. Die schlechte Nachricht: Die Fristen laufen schnell, und wenige Tage Verzug können Sie Wochen an Taggeldern kosten. Dieser Leitfaden erklärt Ihre Rechte, den Unterschied zwischen ordentlicher, missbräuchlicher und fristloser Kündigung und vor allem die Schritte ab dem ersten Tag, damit Sie nichts verlieren. Ich bin Nishant Modi, Gründer von Careerkit mit Sitz in Zürich, und begleite seit Jahren Kandidatinnen und Kandidaten auf dem Schweizer Markt.
Der rechtliche Rahmen der Kündigung in der Schweiz
In der Schweiz beruht der unbefristete Arbeitsvertrag auf der Kündigungsfreiheit: Jede Partei kann ihn unter Einhaltung der Kündigungsfrist beenden. Entgegen einer verbreiteten Annahme braucht die Arbeitgeberin keinen triftigen Grund für eine Kündigung. Entscheidend sind die Form und die Frist. Eine Kündigung bleibt auch ohne Begründung gültig, sofern sie nicht in die unten beschriebenen Fälle der Missbräuchlichkeit oder der Kündigung zur Unzeit fällt.
Ordentliche, missbräuchliche oder fristlose Kündigung
Es gibt drei sehr unterschiedliche Regime. Die ordentliche Kündigung hält die gesetzliche oder vertragliche Kündigungsfrist ein. Die missbräuchliche Kündigung (Art. 336 OR) bleibt gültig, gibt aber Anspruch auf eine Entschädigung, weil ihr Motiv verboten ist. Die fristlose Kündigung (Art. 337 OR) beendet den Vertrag sofort und ohne Frist, jedoch nur aus wichtigen Gründen. Zu wissen, in welcher Kategorie Sie sich befinden, bestimmt Ihre Rechte und Möglichkeiten.
Lesen Sie zuerst Ihren Vertrag und einen allfälligen Gesamtarbeitsvertrag: Sie können längere Fristen als das gesetzliche Minimum vorsehen. Wenn Sie schnell wieder Fuss fassen müssen, ist ein aktueller Schweizer Lebenslauf Ihr erster Hebel, und unser Leitfaden zum Schweizer CV erläutert die lokalen Erwartungen.




